Die natürliche Ordnung sieht doch vor, dass zuerst alte Menschen sterben. Mit dem medizinischen Fortschritt ist die Säuglingssterblichkeit drastisch zurück gegangen und auch im Bereich der Kinderkrebsforschung hat sich vieles getan. Viele kann man vorm Tod (zumindest im Kindesalter) bewahren, aber eben nicht alle. Und diese Schicksale werden in unserer Gesellschaft dann auf Grund des Fortschritts nicht mehr gesehen oder verdrängt.
Wenn ein Kinder stirbt hinterlässt es verwaiste (Groß-)Eltern. Menschen sind sprachlos, wenn es um den Tod von Kindern geht und einige wenden sich sogar von Freunden ab, weil sie mit der Wucht an Gefühlen und der massiven Trauer nicht umgehen können. Gerade da brauchen betroffene Eltern Unterstützung und ich möchte sowohl den Raum öffnen zu mir zu kommen, als auch das Thema in der Gesellschaft immer wieder anbringen, damit es kein Tabu bleibt.
Das gilt natürlich auch für Großeltern. Es wird oft vergessen, dass sie "doppelt" leiden. Sie trauern um ihr Enkelkind und leiden mit ihrem eigenen Kind mit. Auch dafür habe ich ein offenes Ohr.
Besonders beim Tod eines Kindes ist das Thema, wie man als Paar trauert und sich gegenseitig stützt eine Herausforderung. In einer Beziehung ist es wichtig die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu kommunizieren, damit der*die andere Rücksicht darauf nehmen kann. Dass Menschen anders trauern, ist in einer Beziehung meist sichtbar. Sprecht darüber, wer was gerade braucht, welche Rituale nur für eine Person wichtig sind und was man gemeinsam machen möchte. Nicht alles muss man gemeinsam als Paar machen, auch nicht in der Trauer.